Scholke, Horst – Stille Schönheit. Romanische Feldsteinkirchen in der Altmark


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Band 1 der Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete

978-3-928703-16-1

Dorfkirchen liegen, sofern es die geographischen Gegebenheiten erlauben, auf Anhöhen, die bereits in der Vorgeschichte nicht all zu selten kultischen Zwecken dienten. Während der Christianisierung fiel die Wahl des Standortes für die zu errichtende Kirche auf solche traditionsgeschwängerten Plätze, wohl um die Macht des christlichen Gottes über den heidnischen zu demonstrieren.

Inhalt
Altmark
Besiedelung
Christianisierung
Die Kirchen
Die Adligen aus dem Harzvorland
Die Romanik am Harz und ihr Einfluß auf die Altmark
Mauertechnik und Baumaterial
Die Breitturmkirche mutet wehrhaft an
Die Herleitung des Breitturmes
    Herleitung aus dem Westwerk
    Herleitung aus der Doppelturmfassade
    Herleitung aus dem Wehrbau
    Breitturmkirchen als Teil eines Befestigungssystems
    Haus und Kirche
Fototeil, Katalog, Anmerkungen, Literaturverzeichnis

Wer die Altmark durchwandert oder auf den relativ guten Landstraßen befährt, dem wird immer wieder die Fülle wehrhaft anmutender Dorfkirchen auffallen, die die Landschaft entscheidend mit prägen. Deshalb sind die Fragen berechtigt, warum dieser einheitliche Typ so konzentriert in der Altmark anzutreffen ist, was die Beweggründe waren, solche trutzigen aber malerisch schönen Kirchen zu bauen, wer sie gebaut hat und woher dieser Typ in die Altmark gelangte oder ob er sich aus gesellschaftlichen Notwendigkeiten in der Altmark als zweckmäßig erwiesen hatte. Wir wollen eine Erklärung versuchen.
Diese altmärkischen Kirchen mit ihren querrechteckigen Türmen nennen wir “Breitturmkirchen”. Sie treten konzentriert vor allem in der östlichen Altmark auf. Unschwer fallen uns mehrere Typen auf:
1. Dorfkirchen, die aus einem Breitturm, einem gleichbreiten Schiff, eingezogenem, fast quadratischem Chor und eingerückter Apsis bestehen,
2.sogenannte dreiteilige Typen mit Breitturm, Schiff und Chor. Daneben bestehen auch Mischformen, wie Schiff, Chor, Apsis oder Turm, Schiff, Apsis,
3. als weiter reduzierter Typ mit Turm und Schiff oder Schiff und Apsis,
4. schließlich als Einraum.
Alle Typen sind - Ausnahme bilden die Backsteinkirchen in der Wische - mit Granitsteinen errichtet worden, die überall auf den Feldern herumlagen und noch heute die Bauern plagen, wenn sie ihr Feld bestellen. Diese Steine wurden im Laufe der Jahre unterschiedlich als Baumaterial bearbeitet und vermauert. Dabei fällt unschwer auf, daß die Mauertechnik bei dem sogenannten vierteiligen Typ am sorgfältigsten ist. Im westlichen Teil der Altmark, wo wenige vierteilige Kirchen anzutreffen sind, wurden die Steine unregelmäßig vermauert und fast gar nicht behauen. Bei vielen Kirchen wurde für Fenster- und Portalbögen oder auch für deren Leibungen und Gewände Backstein verwandt.
Natürlich interessiert es nicht nur den Heimatverbundenen, wann diese Kirchen entstanden sein könnten. Fest steht, daß sie zum allergrößten Teil in der Romanik und Gotik errichtet wurden. Die Romanik beherrschte die Bauweise aber in dem großen Zeitraum zwischen ca.1050 und 1230/40. In dieser Zeit vollzog sich auch die Kolonisierung der Altmark und die Assimilierung der Slawen. Wie bereits berichtet, vollzog sich dieser Prozeß durchaus nicht immer friedlich.
Eine wichtige Voraussetzung für eine dauerhafte Kolonisierung und damit die Einführung feudalistischer Verhältnisse auch in der Altmark war die Christianisierung der dort verbliebenen Slawen.

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